"Wenn Zähne neue Wurzeln schlagen"
Der Wunsch nach schönen Zähnen, mit denen man bis ins Alter gut lächeln und kauen kann, ist groß. Immer mehr Menschen interessieren sich deshalb für Implantate - und fragten sich: Wann ist ein Implantat überhaupt sinnvoll? Wie umfangreich ist die Operation? Wie hoch ist mein Eigenanteil bei den Kosten und was muss ich nach der Behandlung beachten? Hilfe bekamen die zahlreichen Anrufer beim Experten-Telefon der N.N. zum Thema Implantate von erfahrenen Spezialisten:
· Prof. Dr. med. Thomas Kerschbaum, Direktor der Abteilung für Vorklinische Zahnheilkunde der Universität zu Köln, Herausgeber der Deutschen Zahnärztlichen Zeitschrift (DZZ). Spezialgebiet u.a.: Langzeitwirkungen und -nebenwirkungen von Zahnersatz.
· Dr. med. Silke Liebrecht-Rüsing, Oberärztin in der Zahnklinik der Universität zu Köln und Spezialistin für Implantatprothetik.
· Dirk Kropp, Geschäftsführer der zahnärztlichen Initiative "proDente", unabhängiger Berater bei Themen wie Zahnarztsuche, Vorbereitung von Gesprächen mit Zahnärzten und Zahnpflege.
· Dr. med. Dr. med. dent. Robert Mischkowski, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität zu Köln. Fachgebiete: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Plastische Operationen.
Rund 600 000 Mal ließen sich Patienten im vergangenen Jahr ein Implantat einsetzen - das bedeutet laut der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) ein Plus von 70 000 im Vergleich zum Vorjahr. Ein wichtiger Grund liegt für Dr. Günter Dhom, Präsident des 19. Jahreskongresses der DGI, auf der Hand: Immer weniger Menschen möchten eine herausnehmbare Prothese tragen, mit der sie nicht richtig kauen und lächeln können. Mittels Implantaten kann Patienten indes in vielen Fällen wieder ein festsitzender Zahnersatz geboten werden.
Mehr Lebensqualität
Zahlreiche Studien untermauern diese Tatsache: Sie zeigen, dass Implantatträger deutlich weniger Einschränkungen der Lebensqualität in Kauf nehmen müssen als Menschen mit konventionellem Zahnersatz. So beschäftigten sich kanadische Forscher der McGill Universität in Montreal damit, wie sich Implantate im Vergleich zu einer herausnehmbaren Prothese auf verschiedene Lebensbereiche auswirken, unter anderem auf die Sexualität. Resultat: Implantatträger fühlten sich zwei Monate nach der entsprechenden Behandlung beim Küssen und bei der Sexualität weniger beeinträchtigt als jene Patienten, die konventionellen Zahnersatz erhalten hatten. Weniger Probleme hatten die Implantatträger auch beim Essen, Sprechen und Gähnen.
Gesunde Zahnsubstanz bleibt erhalten
Ein weiterer wichtiger Vorteil der künstlichen Zahnwurzeln: Durch sie kann der Verlust gesunder Zahnsubstanz verhindert werden, da die Nachbarzähne unangetastet bleiben. Bei der Versorgung mit Kronen und Brücken ist dies nicht der Fall: Oft müssen oft gesunde Nachbarzähne beschliffen werden. Beim Bearbeiten eines Zahnes besteht ferner das Risiko einer Schädigung des Zahnnervs, was eine Wurzelkanalbehandlung nach sich ziehen kann. Um dieses Risiko zu vermeiden, empfiehlt Prof. Thomas Kerschbaum Implantate auch dann, wenn im Backenzahnbereich wichtige Zähne fehlen oder bei Zahnlücken, wenn das restliche Gebiss völlig gesund ist. Den Aufwand der Operation beschreibt er als vergleichbar mit dem Entfernen eines Weisheitszahns.
Spezialisten helfen weiter
Jedoch: Nicht jeder Zahnarzt ist ein ausgebildeter Spezialist für das Einsetzen von Implantaten. Daher rät Dirk Kropp, Geschäftsführer der zahnärztlichen Initiative "pro-Dente", nach der Qualifikation zu fragen und sich über die Fachgesellschaften (siehe Info-Kasten) nach einem erfahrenen Experten zu erkundigen, der mit einem zahntechnischen Meisterlabor zusammenarbeitet. Der Arzt sollte sich für die Beratung und die Planung des Eingriffs ebenso viel Zeit nehmen wie seine Mitarbeiter für die Nachsorge durch regelmäßige professionelle Zahnreinigung.
Lohnende Investition
Vor der Behandlung gilt es, die Kosten und den Beitrag des Patienten durch einen schriftlichen Heil- und Kostenplan zu klären. Doch die Investition in eine Implantation zahlt sich in der Regel aus, denn die Erfolgsquote ist mittlerweile gut dokumentiert. Das Maß für den Erfolg einer Implantation ist die so genannte Zehn-Jahres-Verweildauer. Das heißt: Wie viele Implantate sind nach zehn Jahren noch im Mund und in Funktion? Die Antworten auf diese Frage fallen durchweg positiv aus. In Routinefällen sind nach zehn Jahren noch 90 Prozent der Implantate funktionstüchtig.
--- Daten/Fakten oder Kurztext ---
Mehr Informationen über Implantate erhalten Sie hier:
Initiative pro Dente
Aachener Straße 1053-1055
50858 Köln
Telefon: 0221 / 170 99 740
www.prodente.de
Hinweis: proDente hält auch eine umfangreiche und aktuelle Broschüre zum Thema Zahnersatz und Finanzen bereit.
Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich (DGI)
Sekretariat des Schriftführers
Daniela Winke
Rischkamp 37 f
30659 Hannover
Tel. 0511/53 78 25
www.dgi-ev.de
Deutsche Gesellschaft für zahnärztliche Implantologie (DGZI)
Sekretariat Sebastian Jülicher
Feldstraße 80
40479 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 169 70 77
www.dgzi.de
Bundesverband der niedergelassenen implantologisch tätigen Zahnärzte (BDIZ EDI)
An der Esche 2
D-53111 Bonn
Tel.: 0228 / 935 92 44
www.bdiz.de
Deutsche Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI)
Bruchsaler Str. 8
76703 Kraichtal
Mo.-Fr. 8.30-17.00 Uhr: Tel. 07251 / 618 99 60
www.dgoi.info
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